Die Orgelsanierung hat begonnen

Am Montag, den 22.6.2026 trafen die OrgelbauerInnen Andreas Seul, Helena Schüßler, Boscij Nawka und der Pfeifenmacher Heinz Schlüter in Wien ein. Gleich wurde der Anhänger mit Werkzeug und viel Equipment ausgepackt und aufgebaut.

Nach einer kleinen Hausrunde, um die Örtlichkeit kennenlernen, ging es schon gleich ans Werk. Pfeifen ausbauen, säubern, zurichten, Schäden reparieren, den Hauptbalg ausbauen und beginnen ihn neu zu beledern und vor allem viel saugen und putzen.

Bereits in der ersten Woche erste schöne Überraschungen. Die Aufstellung der Pfeifen nach der Disposition aus den 30er Jahren tritt nach Jahrzehnten zu Tage.

Zwei Register, eines aus dem Pedal und eines aus dem Hauptwerk, beides Cornette, haben die Orgelbauer in ihrer Jahrzehnte langen Berufserfahrung in dieser Bauweise noch nie gesehen. Auch die Rückfrage bei anderen Kollegen brachte die Erkenntnis: das muss was Einzigartiges in unserer Orgel sein. 

Auch das Register: Regal 8', das vor 1965 noch im dritten und ab dem Umbau dann im zweiten Manual spielbar war, haben die Orgelbauer in dieser Bauweise so noch nicht gesehen. Spöttische Zungen würden behaupten es sehe aus wie eine Panzergranate.

So manche Überraschung aus der Erbauerzeit, wie dieses Pickerl des Metallhändlers aus Wien und der Wiedner Hauptstraße, entgeht den Orgelbauern nicht.

Bei solchen Funden kommt Begeisterung auf, nicht nur bei den Orgelbauern, sondern auch bei uns. 

Andreas Seul berichtet in einem Gespräch mit David Gomolla, dass es hochspannend sei, denn an einer solchen gewachsenen Struktur, wie in unserer Orgel, könne man die Gedanken des jeweiligen Orgelbauers förmlich ablesen. Was ihn begeistert, ist, dass trotz erster Irritationen über Bauweise und Zusammenstellung doch klar wird, was sich der Orgelbauer bei der Maßnahme gedacht hat. Und Eines ist klar, es ist durchdacht, wirklich gute Arbeit, so Seul.

Es haben an dieser Orgel Generationen gearbeitet. Erbaut in den 30er Jahren, mit den vorhandenen Mitteln seinerzeit nach dem Krieg wieder aufgebaut, in den 60er Jahren umgebaut und nun dürfen wir diese Geheimnisse lüften und betrachten. Ein echtes Erlebnis für alle.


Das Fazit der ersten Woche? 

Unsere Orgel ist ein lebendiges Instrument. Es wurde immer wieder weiter-, um-wiederaufgebaut. Sie entwickelte gemeinsam mit ihrer Gemeinde, für die Sie erklang, so Gomolla.

Er ist begeistert von einer Box, die die Orgelbauer dabeihaben "Box of Hope". 

Irgendwie ist unsere Orgel auch so eine Box of Hope, hoffen wir noch viele solcher hochinteressanten Funde zu machen.

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